GV FFZ 2010 vom 23. Januar 2010

Herr Präsident - Herr Kommandant
geschätzte aktive Feuerwehrleute und Ehrenmitglieder
liebe Angehörige der Jugendfeuerwehr
Herr Regierungsrat,
sehr verehrte Gäste

Im Namen des Stadtrates darf ich Sie wiederum hier im Casino Zug begrüssen und Ihnen ganz herzlich für die Einladung zur heutigen Generalversammlung danken. Dieses Jahr sind nur die männlichen Mitglieder der Stadtregierung und der Stadt-schreiber anwesend. Frau Stadträtin muss sich auch dieses Jahr wegen einer fas-nächtlichen Verpflichtung entschuldigen. Nichts desto trotz will Ihnen der Stadtrat mit seiner Präsenz zeigen, dass er die FFZ und vor allem Ihre Arbeit – liebe Feuerwehr-leute – ausserordentlich hoch schätzt.

Zum 6. mal darf ich jetzt als Stadtrat hier an der GV Worte an Sie richten. Dabei gibt es eine erfreuliche Konstante: Die Zusammenarbeit mit Ihnen, dem Kommando, dem Verein und seinem Vorstand, dem Adjutanten und den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern im Feuerwehrgebäude ist ausgezeichnet. Wir sind ein Team, dem die Sicherheit und das Wohlbefinden aller Bewohner unserer Stadt am Herzen liegt. Dieses Herz-blut mit dem Sie Ihren Dienst leisten - liebe Feuerwehrleute - ist letztendlich ent-scheidend für die hohe Qualität und Einsatzbereitschaft der FFZ.

Die Sicherheit in unserer Stadt, aber auch Ihre persönliche Sicherheit ist mir ein grosses Anliegen. Dazu gehört auch gutes Material. Sie müssen einwandfrei ausge-rüstet sein, denn Ihre Ernstfalleinsätze enthalten immer ein gewisses Risiko. Darum war eine sorgfältige Ersatzbeschaffung der Atemschutzgeräte ein Muss.

Ich konnte mich immer wieder persönlich vergewissern wie professionell und sorgfältig die FFZ neues Material einkauft. Nach der Beschaffung kommt die Ausbildung an den Geräten. Auch hier leisten Sie ausgezeichnete Arbeit. Sie werden in der Materialfrage weiterhin meine volle Unterstützung haben.

Der Rückblick auf das vergangene Jahr zeigt wiederum wie wichtig und notwendig unsere FFZ für unsere Stadt und unseren Kanton ist.
Die Zahl der Einsätze hat gegenüber dem Vorjahr zugenommen. Dabei fällt auf, dass deutlich mehr Brandmelde-Fehlalarme zu verzeichnen waren. Alleine 22 Einsätze im alten Kantonsspital-Areal. Dieses Problem konnte aber in der Zwischenzeit behoben werden. Zusätzlich waren vermehr technische Hilfeleistungen nötig.

Sehr gerne werfe ich wiederum einen Blick auf einige besondere Einsätze. Die Eh-rung des originellsten Einsatz wird auch heuer nicht fehlen.

• Im vergangenen Jahr waren etliche äusserst schwierige Strassenrettungen mit tragischem Ausgang für die Betroffenen zu verzeichnen.

• Auch musste die FFZ im Februar und Dezember zu zwei Einsätze auf den See ausrücken, um Ertrinkende zu retten.

• Der spektakulärste Einsatz war bei der Firma Pavatex in Cham (Stützpunkteinsatz).

• Beim Wohnungsbrand an der Artherstrasse in Oberwil konnte in letzter Minute ein massiver Dachstockbrand verhindert werden.


Ich bin dankbar, dass bei diesen Einsätzen niemand ernsthaft verletzt wurde. Eure Arbeit habt Ihr professionell, mit Verstand und Engagement ausgeführt.

Mehr als erfreulich hat sich die Zusammenarbeit mit der kantonalen Gebäudeversi-cherung und dem Amt für Feuerschutz entwickelt. Endlich können wir hier mit Fach-leuten auf Augenhöhe reden. In vielen Bereichen gibt es bereits neue, effiziente und faire Lösungen. So auch für die Stützpunktaufgaben. Diese werden neu mit einem Leistungsauftrag definiert und entsprechend entschädigt. Der Leistungsauftrag muss noch vom Regierungsrat bewilligt werden, aber ich bin zuversichtlich, dass wir ab dem 1. Januar 2010 eine gute Lösung für die Stützpunktfeuerwehr haben werden.

Kurz noch einen Blick auf die aktuellen Zahlen des Bestandes:
Der Bestand GV 2010 ist 165 Feuerwehrleute. Leider muss ich einen leichten Rück-gang von 9 Leuten erwähnen. Dies trotz 21 Neuanmeldungen.
Ich hoffe aber, dass wir auch im kommenden Jahr wieder viele neue Aktive werben können. Die Mitgliederwerbung ist ein Dauerauftrag, zu dem ich alle hier im Saal er-muntern möchte. Unsere besten Werbeorte waren die Neuzuzügeraperos im Casino, die Zuger Messe, der Tag der offenen Türe auf dem Landsgemeindeplatz und natür-lich die Sendung „SF bi de Lüüt“, die ja in der ganzen Schweiz auf ein grosses Echo gestossen ist.

Den Zurücktretenden möchte ich für ihre Verdienste für die FFZ ganz herzlich danken!

Ein Grund weshalb die Rekrutierung nicht einfach ist, ist auch der fehlende, zahlbare Wohnraum in Zug, auf den Feuerwehrleute besonders angewiesen sind. Der Stadtrat hat das Problem erkannt. Wir suchen nun nach Lösungen, damit junge FFZlerinnen und FFZler günstigen Wohnraum finden können. Es wird nicht einfach sein, aber gute Ansätze sind vorhanden.

Zu den Zurücktretenden gehören markante Persönlichkeiten der FFZ:
Kommandant Markus Pfiffner und seine Frau Oberwachtmeisterin Theres Pfiffner.
Sie beide werde ich am Schluss noch speziell erwähnen.

Stabsoffizier Christoph Brunner verlässt uns nach 25 Jahen. Ganz herzlichen Dank Christoph für Deinen Einsatz.

Nebst René Zurfluh, Heinz Hürlimann und Urban Fuchs wird uns auch Urs Jakober, unser ABC-Offizier, verlassen. Sein Ersatz bereitet uns grosses Kopfzerbrechen.

Unsere dienstältester FFZ-ler, Karl Hugener, wird uns ebenfalls verlassen. Ohne Hu-gener kann ich mir den Löschzug Zugerberg fast nicht vorstellen. Herzlichen Dank Karl!

Gratulieren möchte ich David Gisler zur Beförderung zum Leutnant. David wird neu der Chef der Formation Atemschutz sein.

Zum Schluss darf ich danken.

• Thomas Freimann für seine Initiative beim Umbau der Atemschutz-Übungsanlage


• Meiner Stadtratskollegin und meinen Stadtratskollegen für das Wohlwollen gegenüber der FFZ. Die FFZ-Vorlagen, die ich in den Stadtrat bringe, geniessen immer ein sehr hohes Vertrauen und erhalten im Stadtrat eine sehr gute Unterstützung.


• Ein herzliches Dankeschön geht auch an Regierungsrat Beat Villiger. Dir, Beat, danke ich für Dein offenes Ohr, das du immer wieder für unsere Anliegen hast.
Ich spüre da grosse Unterstützung. Dafür ist Dir das gesamten Feuerwehrwesen im Kanton Zug und die FFZ im Besonderen sehr zu Dank verpflichtet.


• Danken möchte ich auch allen Mitarbeitenden der Gebäudeversicherung und des Amtes für Feuerschutz, vor allem dem Verwalter Max Übelhart, dem Feuerwehrinspektor Hanspeter Spring und seinem Stellvertreter Marco Cervini. Die Zusammenarbeit mit Euch hat sich innert kürzester Zeit sehr erfreulich entwickelt.


Für äusserst erfolgreiche Arbeit danke ich
• dem Kader der FFZ mit Kommandant Markus Pfiffner
• dem Team im Feuerwehrgebäude unter der Führung von Adjutant Daniel Stadlin
• dem Verein FFZ mit Präsident Martin Kümmerli und dem Vorstand
• der IG FÜR DEN ERHALT ALTER GERÄTSCHAFTEN UND ARCHIVPFLEGE unter dem ewig jugendlichen Max Gehrig.

Mit Daniel Jauch wird ein neuer Kommandant die Führung der FFZ übernehmen. Ich gratuliere Dir, Dani, ganz herzlich zu Deiner ausgezeichneten Wahl. Du bist – davon bin ich überzeugt – für das Schiff FFZ der richtige Kapitän. Du wirst die FFZ sorgfältig und verantwortungsvoll führen. Dafür wünsche Ich Dir jetzt schon gutes Gelingen.

Und nun zum Schluss:
)
Der römische Kaiser Septimus Severus hatte erkannt, wie wichtig die Feuerwehr für das Gemeinwohl ist. Deshalb hat er im Jahr 205 nach Christus die Angehörigen der Feuerwehr der Römersiedlung Flavia Solva von öffentlichen Abgaben befreit. Da ich nur Sozial- und Sicherheitschef und nicht Finanzchef bin, kann ich Euch leider nicht von den unliebsamen Steuern und Abgaben befreien. Immerhin sind sie in Stadt und Kanton Zug nicht so hoch.
Aber – und das kostet nichts - ich kann uns allen noch einen herrlichen Abend und eine standhafte und schlaflose Nacht wünschen, ganz nach dem Leitgedanken:

„Gott zur Ehr, dem Nächsten zur Wehr,
dem Feuer zum Trutz, der Stadt zum Schutz.“

Ja klar, da fehlt noch etwas - der originellste Einsatz, auf den habt Ihr vermutlich ja alle gewartet:
(Leinwand oder Vorhang hinauf)
Markus und Theres treten hervor!
Markus, Du hast den Karren FFZ gezogen wie ein Zugpferd. Du wirst nun als enga-gierter Kommandant die FFZ verlassen. Auch Deine Frau Theres hat sich zum Rück-tritt entschlossen.
Unzählige spektakuläre und weniger spektakuläre Einsätze habt ihr geleistet.
Beim originellsten Einsatz des Jahres 2009 gings um eine Pferderettung aus der Jauchegrube im Lüssi.
- Thomas Horat und Dani Bishop waren bei diesem Einsatz dabei.
- Aber auch Du Theres bist einmal mehr an vorderster Front gestanden und hast geholfen, das Pferd „Max“ aus seiner misslichen Situation zu retten.

Als Stellvertreter von „Max“ ist nun das Pferd „Jaguar“ mit Frau Hürlimann da.
Für Euren aussergewöhnlichen Einsatz während zusammen über 4 Jahrzehnten möchte ich Euch auch aussergewöhnlich verabschieden. Ich denke dies ist das erste Ross, das je auf der Casino Bühne stand.
Stoffpferd wird von „Jaguar“ aufgehoben und Theres übergeben.

Markus hat während 26 und Theres während 16 Jahren Feuerwehrdienst geleistet. Zusammen sind das 42 Jahre. Obwm Theres Pfiffner war die 1. Frau im Atemschutz und auch die 1. Frau im Kader!
Ihr beide wart von einem inneren Feuer getrieben um anderen zu helfen und die zerstörerischen Feuer zu verhindern oder zu löschen. Ihr habt diese Aufgabe profes-sionell geleistet und unzählige Kameradinnen und Kameraden dazu motiviert. Nie habt ihr nach dem St. Floriansprinzip gehandelt „Verschon mein Haus – Zünd lieber andere an“ – immer habt Ihr selbst zugepackt.
Dass Deine Häuser am Landhausweg auch künftig unter dem Schutz des Feuergot-tes bleiben, schenke ich Dir diesen im Tirol geschnitzten St. Florian. Er soll Dich an viele gute Zeiten um und mit der Feuerwehr erinnern. Aber Ihr sollt Euch auch noch gemeinsam etwas gönnen. Deshalb übergebe ich Euch gerne noch ein paar Reise-gutscheine.
Ihr reitet nun hinaus in eine Zukunft ohne FFZ – die FFZ hat eure Lebensgeschichte geprägt. Händs au i Zukunft guet zäme.
Einen kräftigen Applaus für Markus und seine Frau Theres!
Theres und Markus verlassen mit dem Pferd die Bühne

Mit dem wichtigsten Dank darf ich mich jetzt verabschieden. Dieser Dank gebührt Ihnen, liebe Feuerwehrleute, und Ihren Angehörigen, die Sie so tatkräftig unterstüt-zen. Ich hoffe, dass die Gemeinschaft und die Kamerdschaft mit der FFZ Ihnen dafür etwas zurück gibt, das mit Geld nicht gekauft werden kann.
Herzlichen Dank!
Andreas Bossard, Stadtrat, Departementchef SUS

 

 

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