125 Jahre 1. Löschzug        19. März 2005

Herren Präsidenten Bär und Kümmerli
Herr Kommandant
Geschätzte aktive 1-er, Feuerwehrleute und Ehrenmitglieder
Geschäzter Stadtratskollege Hans Christen (ebenfalls eine ehemaliger 1-er)
Sehr verehrte Gäste

Ganz herzlich möchte ich danken für die Einladung zum 125- oder 126-Jahr-Jubiläum und Ihnen die besten Grüsse des Stadtrates überbringen.
Ich bin sehr gerne gekommen und ich spüre seit der Übernahme meines Amtes am 1. Januar bereits eine grosse Verbundenheit zur FFZ.

Das Wort FFZ ist natürlich sehr stark mit dem 1. Löschzug verbunden
Der erste Löschzug war ja zusammen mit dem Styger-Rettungskorps bei der Gründung der FFZ vor 125 Jahren dabei. Schön, dass durch dieses Jubiläum der Festreigen des vergangenen Jahres noch ein wenig weitergehen darf.
Persönlich fühle ich mich natürlich mit dem 1. Löschzug stark verbunden.

Zu den historischen Gemarkungen des 1. Löschzuges gehört ja der Kern der Altstadt und die erweiterte Altstadt bis hinaus zum Fridbach. Ich bin innerhalb der historischen Mauern in der Altstadt an der Schanz aufgewachsen.

Obwohl Sepp Keiser nachher noch in der Geschichte graben wird, kann ich es nicht lassen auch ein wenig in die Vergangenheit zu schauen. Ein Jubiläum kann unmöglich ohne einen Blick zurück gefeiert werden.

Der Garten unseres  Hauses an der Schanz liegt in der sog. Geissweid.

Der Geissweidbrand von 1795 ist ein ein wichtiges Kapitel in der Geschichte unserer Stadt: Das Löschen mit Eimerketten und Handspritzen, die unversicherten Häuser, der Pfarrer der mit Ministranten und Monstranz dem Feuer entgegenging, der Wind der dann wie ein Wunder gekehrt hat und die Stadt gerettet wurde,  ja bis zum Verbannen des Verursachers aus der Stadt. Alls dies konnte ich mir als Kind lebhaft vorstellen.

Dass es da eine gute Feuerwehr brauchte, die nicht mehr mit Eimern und Handspritzen sondern mit Schläuchen, die man an Hydranten anschliessen konnte, war die logische Folge.

Am 9. Januar 1879 wurden die ersten Hydranten beim Brand des Spezereiladens im Dorf zum ersten mal im Ernstfall gebraucht.  Das Haus brannte aus, die umliegenden Häuser konnten gerettet werden. Vielleicht entstand nach diesem Brand im Dorf die Idee der FFZ. Die Geburtsstunde der FFZ war nämlich war nämlich 14 Tage später am 22. Januar 1879.

Ich kann mich persönlich an etliche Brände in der Altstadt erinnern:
Der Ochsen an der Fasnacht, der Löwen, die Platzmühle, die Häuser an der Seestrasse, der Dorfbrand usw.
Jedes Mal dachte ich - super wir haben eine gute Feuerwehr mit dem 1-er Depot auf dem Kolinplatz oder dann später an der Zugerbergstrasse.
Ich war mir auch seit jeher bewusst, dass die 1-er etwas ganz besonderes sind.

Die Einer sind ja wie das Urgestein der FFZ, wenn ich dies mit den Zünften vergleichen darf, sind sie eigentlich wie eine eigene starke Zunft im grossen Kreis der FFZ.
Einige Besonderheiten fallen natürlich noch heute auf: Der einzige Löschzug ohne Frauen (Ich habe trotzdem gewagt meine Frau mitzunehmen).
Mit Sepp Keiser und Stefi Luthiger gehörten zu ihnen zwei unvergessliche Legenden des Feuerwehrtheaters. Viele prominente Zuger gehörten zu den 1-ern. Vielleicht erzählt uns Sepp noch einige unvergessliche Reminiszenzen.

Die heutigen 1-er wohnen nicht mehr ausschliesslich in der Altstadt. Mit den heuten technischern Mitteln können die Leute innert Minuten auf dem Brandplatz sein. Die heutigen 1-er sind fast alle auch im Atemschutz ausgebildet und gehören zu andern Spezialformationen.
Um all diese Fähigkeiten à jour zu halten muss immer wieder geübt werden. Rund ein Dutzend Übungen gehören da zum Pflichtenheft. Dies sind grosse Leistungen zu Gunsten der Allgemeinheit, die wir alle schätzen.

Was macht wohl unsere Feuerwehr so stark? Ich denke dies sind die Vereinsstrukturen, die Kameraden zusammenhalten. Gemeinsame Erlebnisse wie Reisen, Feste, Ernsteinsätze  kitten Freundschaften durch dick und dünn zusammen.
Sogar nach dem Austreten aus der aktiven Feuerwehr gehen die Freundschaften bei den Ehrenmitgliedern und Veteranen weiter.

Als zuständiger Stadtrat freue ich mich nicht nur an der gut funktionierenden FFZ sondern auch an jeder positiven zwischenmenschlichen Begegnung.
Als Sozialvorsteher spüre ich, dass es jenen Menschen, die eingebettet sind in gute Familien, Vereine und Freundschaften es einfach besser geht. Da wird unsichtbar einander aufgemuntert, einander geholfen.
Auch dies sind Qualitäten unserer Stadt, die ihr alle täglich fördert.

Ich freue mich auf die Chronik des 1. Löschzuges, die noch in diesem Jahr erscheinen wird.
Ich wünsche den Einern wie auch der ganzen FFZ-Familie eine gute Zukunft - behaltet das innere Feuer zum Wohle unserer Stadt.

Mit folgender Lebensweisheit möchte ich allen ein unvergessliches Fest wünschen:

Wer in Frieden zu leben wünscht,
muss Feuer in der einen
und Wasser in der anderen Hand tragen.

 Andreas Bossard, Stadtrat

 

 

Home

 

Politik

 

Reden

 

Artikel

 

Portrait

 

Verbindungen

 

Galerie

 

Kontakt