Einweihung SHI - Homöopathie-Garten   4. Juli 2005

Sehr geehrte Kantonsratspräsidentin, Frau Winiger
Geschätzte Herr und Frau Dr. Jus
Liebe Gäste

Zuerst möchte ich ihnen allen die Grüsse des Stadtrates von Zug überbringen. Der Stadtrat freut sich sehr, dass aus der kleinen Restparzelle, zwischen der SHI und dem alten Lorzenlauf ein solch schönes Gartenjuwel entstanden ist. Dank der SHI ist mit diesem botanischen Garten eine echte Aufwertung entlang der Steinhauserstrasse und dem Fussweg zu Kollermühle entstanden. Unzählige Leute dürfen sich nun an der duftenden Schönheit dieses Gartens erfreuen.

Keine drei Monate sind es her, seit ich hier am Rednerpult stand und zur Feier des 250. Geburtstages von Samuel Hahnemann sprechen durfte. An dieser Feier habe ich erfahren, wie die Geschichte der Homöopathie untrennbar mit Hahnemann verbunden ist. Hahnemann begann mit 20 Jahren in Leipzig sein Medizinstudium. Durch seine äusserst gute Beobachtungsgabe ist ihm aufgefallen, dass die damals bekannten Arzneimittel bei gesunden Menschen Beschwerden hervorriefen. Und zwar Beschwerden, die denen ähnelten, gegen die sie eingesetzt wurden. Am eigenen Leib pröbelte er und fand so die Ähnlichkeitsregel.

Samuel Hahnemann war Arzt und Naturwissenschafter. Er versuchte die Kunst des Heilens mit unzähligen Beobachtungen aus der Natur herauszulesen. Aus diesem Grunde passt dieser besondere Garten auch zu dieser besonderen Schule. Was viele nicht wissen: Hahnemann hat auch das erste Apothekerlexikon verfasst, das als Standartwerk der Pharmazie seiner Zeit angesehen wird. Aus diesem Grunde habe ich auch meinen Mitarbeiter den Stadtökologen zu dieser Feier mitgenommen. Herr Trüssel war ebenfalls Apotheker und leitet nun erfolgreich die Fachstelle Umwelt und Energie der Stadt Zug. Er wird nachher ebenfalls das Wort an Sie richten.

Zurück zu Hahnemann: Mit der Homöopathie entwickelte er vor gut 200 Jahren eine Behandlungsmethode, welche die Medizin revolutionierte. Sie kennen die Diskussionen der vergangenen Wochen - sie kennen den unverständlichen Entscheid von Bundesrat Couchepin. Die alternativen Heilmethoden sollen durch die Grundversicherung nicht mehr abgedeckt werden. Dies obwohl die Homöopathie eine äusserst effiziente und kostengünstige Heilmethode ist. Eigentlich ist es traurig, dass das Heilen je länger je mehr verpolitisiert und durch die Brille des sog. Sparens beurteilt wird.

Das Wort Heilen kommt von Heil - dieses Wort stösst bereits in den Bereich des Religiösen. Hat die Geschichte des Christentums nicht mit dem menschenfreundlichen Heilen begonnen? Nicht nur Geld und Chemie sollen unser Gesundheitssystem prägen. Nein – auch die Weisheit der Menschen und die Gaben der Natur sollen das Immunsystem stärken und so Gesundheit und Lebenskraft erhalten. So freue ich mich mit Ihnen allen, diesen Heil- und Kräutergarten einweihen zu dürfen. Dieser homöopathische Garten soll unsere Augen öffnen für die Schönheiten der Natur. Er soll den Schülerinnen und Schülern helfen die Pflanzen, aus denen homopatischen Mittel hergestellt werden,  1 : 1 in der Natur kennen zu lernen. So wünsche ich allen, die in diesem Haus und im neuen Garten sich für das „Heil“ im Sinne von Hahnemann einsetzen viel Kraft. Kraft und Energie sich weiterhin für das Gute einzusetzen.

Ich danke ihnen.

Andreas Bossard, Stadtrat, Zug

 

 

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