GV FFZ 2006       22.1.2006

Herr Präsident - Herr Kommandant
Geschätzte aktive Feuerwehrleute und Ehrenmitglieder
Liebe Angehörige der Jugendfeuerwehr
Herr Regierungsrat
Sehr verehrte Gäste

Im Namen des Stadtrates darf ich Sie zum zweiten Mal an Ihrer Generalversammlung begrüssen und Ihnen ganz herzlich für die Einladung zur heutigen Generalversammlung danken. Der Stadtrat ist wiederum in corpore anwesend und zeigt damit seine grosse Verbundenheit zur FFZ.

Vor einem Jahr habe ich nach der Reorganisation der Stadtverwaltung die FFZ übernehmen dürfen. Die FFZ hat sich in diesem Jahr sehr gut im neuen, Departement Soziales, Umwelt und Sicherheit integriert. Die Zusammenarbeit mit dem Kommando, dem Adjutanten und den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern im Feuerwehrgebäude, aber auch mit den Mitgliedern der FFZ funktioniert hervorragend. Wir alle ziehen am gleichen Strick. Die Sicherheit und das Wohlbefinden aller Bewohner unserer Stadt ist uns wichtig. Zudem meine ich, die Soziale Sicherheit, die Sicherheit für Leib und Leben und das Wohl einer intakten Umwelt gehören in einer prosperierenden Stadt zusammen.

Regelmässig treffe ich mich mit dem Kommandanten und mit Dani Stadlin, dem Adjudanten der FFZ. Dann besprechen wir die Sicherheitsrisiken unserer Stadt. Es ist ein Qualitätsmerkmal der FFZ, dass sie immer wieder versucht Schwachstellen zu erkennen und zu beseitigen. Sicherheit ist eine ständiger Auftrag. So haben wir beispielsweise nach dem unglückseligen Einsturz der Betondecke in einer Tiefgarage in Gretzenbach erkennen müssen, dass auch in der Stadt Zug nicht alle Tiefgaragen ungefährlich sind. Einige weisen im Brandfall eine problematische Statik auf. Zusammen mit der städt. Feuerschau nimmt das Kommando nun alle Tiefgaragen unter die Lupe; die Gefahr für die Feuerwehrleute muss auf ein absolutes Minimum reduziert werden.

Beim Rückblick auf das vergangene Jahr sehen wir, dass die FFZ 329 mal im Einsatz stand. Das ist gegenüber dem Jahr 2004 eine Zunahme um rund einen Drittel, und das erste Mal musste die FFZ über 300 mal ausrücken. Die wichtigsten Einsätze möchte ich kurz erwähnen:

16. Juli 2005

Dachstockbrand in einem Doppeleinfamilienhaus in der Ammannsmatt nach Blitzeinschlag; der Brand konnte rasch gelöscht und das angebaute Haus geschützt werden.

31. Juli 2005

Brand einer Holzpergola an der Weidstrasse; wiederum Brand rasch unter Kontrolle und Übergriff auf das angebaute Mehrfamilienhaus konnte verhindert werden.

Ende August 2005

Unwettereinsätze in Zug und Oberwil; Nachbarhilfe im Kanton, vor allem in Unterägeri; Nachbarhilfe in den Kantonen Luzern, Nidwalden und Schwyz.

14. September 2005

Bibersee: tragischer Autounfall; Rettung von Schwerverletzten und Bergung von Verstorbenen und aus einem völlig zerstörten Personenwagen.

16. Dezember 2005

Stützpunkteinsatz bei Scheunenbrand in Baar, Büssikon

Die Unwettereinsätze im ganzen Kanton und in anderen Kantonen der Innerschweiz haben gezeigt, wie leistungsfähig unsere FFZ ist und vor allem wie hilfsbereit ihre Mitglieder sind. Spontan haben sich viele von Ihnen für Zusatzeinsätze gemeldet. Darauf bin ich sehr stolz.

Der Strassenrettung in Bibersee, aber auch weiteren Strassenrettungen des vergangenen Jahres haben die ausgerückten Mannschaften enorm psychisch gefordert. Wenn Kleinkinder sterben oder schwer verletzt sind, dann ist die Belastung ausserordentlich hoch. Ich bin froh, dass ich vom Kommando vernehmen durfte, dass Sie diese Ereignisse - vor allem dank der guten Kameradschaft in der FFZ - gut bewältigen konnten.

Trotz diesen gravierenden Einsätzen möchte ich es - wie im vergangenen Jahr - nicht unterlassen, auch an dieser GV den originellsten Einsatz ein wenig hervorheben. 2004 war das die Kuhrettung aus der Jauchegrube des Rüschenhofes.

Im vergangenen Jahr war es wieder ein Tiereinsatz: Am 13. Juni morgens um neun Uhr kam die Meldung herein „Ziegenbock im Wasser vor Oberwil“ - auch dafür ist die FFZ zuständig. Die tapfere Seerettungsmannschaft angeführt von Dani Stadlin trieb den vermeintlichen Ziegenbock über die Artherstrasse Richtung Zugerberg in den Wald.

Allerdings mutierte der Geissbock an Land zur Gämse. Aus dem Polizeirappport: „Anscheinend ist es eher selten, aber durchaus möglich, dass in unseren Breitengraden Gämschi gesichtet werden können. In diesem Fall ist die Gämse mit grösster Wahrscheinlichkeit von Buonas her schwimmend über den Zugersee nach Oberwil gelangt.“

Der Beweis für den Wildtierkorridor Zugersee ist somit erbracht oder wie es weiter im Rapporte steht: „Es gibt nichts was es nicht gibt“.

Als Erinnerung an diesen originellen Einsatz möchte ich euch eine Gamstrophäe überreichen. Sie soll euch im Fürstübli tierisch an diese Gamsrettung erinnern.

(Übergabe an Daniel Stadlin)

Mein kurzer Abriss zu den wichtigsten Ereignissen des vergangenen Jahres zeigt, wie leistungsfähig und motiviert unsere FFZ ist. Für diese erfolgreichen Leistungen und den grossen Einsatzwillen gratuliere und danke ich allen Feuerwehrleuten ganz herzlich. Ein grosses Dankeschön richte ich aber auch an Ihre Angehörigen. Sie müssen auf vieles verzichten und viel Verständnis für den Feuerwehrdienst aufbringen.

Die verschiedenen Einsätze haben auch gezeigt, wie wichtig die Zusammenarbeit unter den Zuger Gemeinden, ja sogar über die Kantonsgrenzen hinweg ist. Diese selbstverständliche Nachbarhilfe ist ein Wert des Zusammenlebens, dem Sorge getragen werden muss. Es freut mich, zu sehen, wie gut und einvernehmlich das Verhältnis unter den Feuerwehrleuten über die Kantonsgrenzen hinweg ist.

Die FFZ hat für das Gemeinwohl, aber auch für die Lebensfreude in unserer Stadt sehr viel geleistet. Ich vergleiche die FFZ sehr oft mit einem grossen Schiff. 180 Feuerwehrleute, viele Ehemalige und Veteranen leben in verschiedenen Löschzügen, Vereinen und Funktionen auf diesem Schiff zusammen. Aber jedes Schiff muss immer wieder gepflegt, das Kalfater, das die Bretter zusammenhält, muss erneuert und der Rumpf muss gestrichen werden.

Darum müssen wir immer wieder schauen, dass der hohe Qualitätsstandard erhalten bleibt. Besonders aber müssen wir der Freiwilligkeit Sorge tragen. Ich sage dies nicht etwa, weil die Stadt damit jährlich rund eine Million Franken spart. Das freut zwar den Finanzchef, aber das Wichtigste an der Freiwilligkeit ist die ausserordentlich hohe Motivation, die sich daraus ergibt. Wir haben die „Richtigen“ bei der FFZ - die Freiwilligen, die die wollen. Das ist mir in meinem ersten Amtsjahr ganz stark aufgefallen. Eine solche Motivation, wie man sie bei der FFZ findet, kann man für Geld nicht kaufen. Damit ist die FFZ aber auch ein rares Vorbild, das unserer materiell orientierten Gesellschaft nur gut tut. Die FFZ zeigt, dass Topleistungen möglich sind, ohne dass zuerst gefragt wird, was bekomme ich dafür.

Geld spielt natürlich trotzdem eine Rolle, und zwar bei der Ausrüstung. Das ständige Drehen an der Sparschraube mit den gleichzeitigen Steuersenkungsaktionen, darf nicht zu Lasten der Sicherheit gehen. Wir wollen nicht erst durch Schaden klug werden, sondern vorbeugen, wo wir vorbeugen können.

Wir sollten von unseren Vorahnen lernen: Bereits in einer Phase des 16. Jahrhunderts ging es unserer Stadt sehr gut. Unsere Ahnen hatten damals investiert. Markante Gebäude wie das Rathaus, das Grosshaus, die äussere Stadtbefestigung wurden gebaut. Zug wurde von einem kleinen Provinznest zu einer Stadt.

Auch in der heutigen Zeit sollten wir den Mut zum Investieren haben. Ich denke da besonders an die überfällige Stadtumfahrung. Dieser Tunnel würde unser Zentrum endlich qualitativ aufwerten. Nicht zuletzt würde der FFZ das Befahren der Strassen im Ernstfall erleichtert. Zunehmend wird die FFZ beim Ausrücken in Spitzenzeiten durch Verkehrsstaus behindert. Dieses Problem wird uns in Zukunft noch einiges Kopfzerbrechen bereiten. Arbeiten wir also weiter an einer wohnlichen, sicheren Stadt - diese Standortqualitäten werden immer wichtiger - nur planloses Sparen kann unsere Stadt in eine Sackgasse führen.

An der heutigen Generalversammlung treten 21 neue Mitglieder in die FFZ ein. Ich begrüsse die neue FFZ-ler ganz herzlich. Weitere 10 werden im laufenden Jahr dazukommen. 17 Mitglieder haben die FFZ verlassen. Im Namen des Stadtrates danke ich diesen Feuerwehrleuten für die Leistungen, die sie für unsere Stadt erbracht haben. Für die Zukunft wünsche ich ihnen nur das Beste.

Der Bestand der FFZ wird von 177 auf 170 Aktivmitglieder abnehmen. Wir müssen grosse Anstrengungen unternehmen, damit der Soll- Bestand von 180 Aktiven bald erreicht wird. Der angestrebte Vollbestand ist wichtig und notwendig: Wir haben gesehen, wie die Anzahl Einsätze zugenommen hat. Zudem steigen die technischen und taktischen Anforderungen.

Ich gratuliere allen, die heute befördert worden sind. Ich danke Ihnen, dass sie bereit sind, noch etwas mehr Freizeit zu opfern, damit FFZ weiterhin einen hohen Leistungsstandard hat. Ein hoher Standard bei der Leistung und bei der Ausrüstung sind die beste Werbung für Neumitglieder.

Sdt Jost Himmelsbach, 2. Löschzug Zugerberg, mit 32 Dienstjahren; Sdt Hans Weiss, 2. Löschzug Zugerberg, mit 32 Dienstjahren; Hptm Beni Stadlin, Vizekommandant mit 30 Dienstjahren; und Sdt Josef Kalt, Rettungskorps, mit 30 Dienstjahren; sind zu Ehrenmitgliedern von der FFZ ernannt worden. Ich danke euch für die langjährige Einsatzbereitschaft und gratuliere ganz herzlich - für die Zukunft wünsche ich euch alles Gute und beste Gesundheit.

Hier möchte ich noch einige Worte zu unserem abtretenden Feuerwehrhelden sprechen. Beni du hast für die FFZ während 30 Jahren einen unglaublichen Einsatz geleistet. Dafür danke ich dir auch im Namen des Stadtrates. Deinen Helm legst du nun behutsam in deine Sammlung. Deine Ära wird in die FFZ-Geschichte eingehen! Alles Gute für die Zukunft

Zum Schluss darf ich weiter danken.

Der Gebäudeversicherung und dem Amt für Feuerschutz für die gute Zusammenarbeit. Ich bitte den Verwalter Koni Schwerzmann und den Leiter des Amtes für Feuerschutz, Arthur Meier, diesen Dank Ihren Mitarbeitern weiterzuleiten.

Ich danke dem Vorsteher der Sicherheitsdirektion des Kantons Zug, Herrn Regierungsrat Hanspeter Uster. Für die Anliegen der Feuerwehren im Kanton Zug hat er immer ein offenes Ohr.

Gerne danke ich auch ganz herzlich meiner Stadtratskollegin und meinen Stadtratskollegen für die immer sehr gute Unterstützung der FFZ.

Ich möchte danken dem Kader für die stets loyale und vorzügliche Unterstützung im vergangenen Jahr. Ich danke dem Kommandenten Markus Pfiffner, dem gesamten Kader, dem Präsidenten Martin Kümmerli und dem Vorstand des Vereins für ihr grosses Engagement und den uneigennützigen Arbeitseinsatz.

Danken möchte ich auch der IG alte Gerätschaften für das Wiedereinrichten der historischen Feuerwehrutensilien im Zytturm.

Aber die wichtigste Anerkennung und der wichtigste Dank gebührt Ihnen, liebe Angehörige der FFZ. Im Namen des gesamten Stadtrates, der Feuerschutzkommission und der Stadtzuger Bevölkerung danke ich Ihnen darum ganz herzlich für Ihre Bereitschaft, freiwillig Feuerwehrdienst zu leisten. Immer nach dem Leitgedanken der FFZ.

„Gott zur Ehr, dem Nächsten zur Wehr,

dem Feuer zum Trutz, der Stadt zum Schutz.“

Für die Zukunft wünsche ich Ihnen alles Gute und vor allem möglichst wenig Ernstfalleinsätze.

Ich danke für Ihre Aufmerksamkeit!

 

 

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