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Lebkuchenfeier 2009 - Laudatio Franz Fiechter
Es ist mir eine grosse Freude zu und über Franz Fiechter
zu reden, über einen sympathischen Mann mit Berner Wurzeln.
Gerne werde ich ein wenig aus seinem Leben erzählen und
berichten, wie er die Liebe zu unserer Stadt und besonders
zu Oberwil gefunden hat. Noch mehr freue ich mich, Dich, lieber
Franz Fiechter, heute an diesem Anlass im Namen des Stadtrates
mit der Verleihung des Frauenthaler Lebkuchens ehren zu dürfen.
Franz Fiechter ist im Jahre 1941
in Oberönz im Kanton Bern geboren. In diesem schönen
Bauerndorf wuchs er bei seiner Tante und seinem Onkel in einer
herrlichen ländlichen Idylle auf. Sein Onkel war Käser
und motivierte ihn, ebenfalls in diese Branche einzusteigen.
Im französischsprachigen Viques im Kanton Jura hat er
das Käserhandwerk gelernt. Nach seiner Rückkehr
nach Oberönz arbeitete er bis 1969 bei der Käseexportfirma
Wyss in Herzogenbuchsee.
1962 fand er an einem herrlichen
Abend in Solothurn seine geliebte Marlies aus dem freiburgischen
Courtement. Schon bald heiratete das junge Paar und im Jahresrhythmus
kamen die Kinder Erich, Thomas, Stefan, Daniela und Silvia
zur Welt. Nun zog die junge Familie nach Heimenhausen ebenfalls
im Kanton Bern.
Der Bruder von Marlies arbeitete
damals in Zug. Er motivierte 1969 – also vor 40 Jahren
- Franz und Marlies mit ihren Kindern doch in unsere schöne
Stadt zu ziehen. Franz fand in der Landis und Gyr gute Arbeit
in der Werkplanung und im Unterhalt. Wohnen durfte die junge
Familie im Theilerhaus an der Hofstrasse. In der gleichen
Abteilung arbeitete auch der ehemalige Abwart Raemy vom Schulhaus
Oberwil. Abwart Raemy stand kurz vor der Pensionierung. Seine
Stelle in Oberwil war damals noch ein Teilzeitjob. Er ermunterte
Franz und Marlies, sich für die Hauswartsstelle in Oberwil
zu bewerben. Das Schulhaus Oberwil wurde eben renoviert und
man suchte einen vollamtlichen Hauswart. Franz und Marlies
Fiechter wurden vom Stadtrat gewählt und 1977 konnte
die junge Familie in die neue Dachwohnung des alten Schulhauses
ziehen. Seither, also seit über 30 Jahren, steht das
Theilerhaus leer – aber dies ist eine andere Geschichte...
Von 1977 bis 2004, während
fast 28 Jahren, wirkten Marlies und Franz in der Schule Oberwil
als beliebtes Hauswartehepaar. Franz war nicht nur Hauswart,
er war auch ein begeisterter Vereinsmensch. Die Turnhalle
war und ist der Mittelpunkt des aktiven Dorflebens. Da gehen
die Vereine ein und aus. Die Vereine waren für Franz
kein schmutzverursachendes Übel, das mit Arbeit verbunden
war. Vielmehr bedeuteten sie ihm Freundschaft. Franz war schon
bald selber aktiv in einigen Vereinen dabei. So wurde er durch
Wisel Abegg in die Radrennbahngesellschaft aufgenommen. Für
diesen Verein verwaltete Franz das Festmobiliar und das Geschirr.
Keine Arbeit war ihm zuviel. Bald wurde er Mitglied des 3.
Löschzuges der FFZ. Gegen 20 Jahre war er dort aktiv
und leistete Ernstfall-Einsätze. Dank der Mitgliedschaft
in der Männerriege des Turnvereins blieb er fit.
Seine Frau Marlies hat ihn bei
seiner Arbeit als Hauswart immer aktiv unterstützt. Sehr
oft hatten sie eine 7-Tagewoche, denn viele Wochenenden waren
mit Vereinsanlässen ausgefüllt. Ich fragte Franz,
von wem er die Lebensphilosophie des freundschaftlichen Umgangs
mit den Menschen erhalten habe? Spontan sagt er: von seinen
Pflegeeltern, die seien sein Leben lang Vorbild für ihn.
Immer, wenn er mit jemandem einen Konflikt hatte, war es ihm
nicht wohl bis dieser in einem Gespräch wieder bereinigt
war. „Me muess halt gäng ufenand zue goo“.
Wir alle können von Franz Fiechter lernen!
Die Schulkinder in Oberwil hatten
nie Angst vor ihrem Hauswart. Er liess sich sogar bei der
Mittagsruhe oder nach dem Feierabend von Kindern stören,
die den Schlüssel wollten, weil sie etwas vergessen hatten.
Ich erinner mich noch, wie er jeweils auf Pikett war, wenn
ich als Lehrer mit der Klasse auf einer Exkursion war. Hatte
eine Kind beim Velo einen Platten konnte man nur dem Hauswart
telefonieren und er war mit seinem Privatauto da als „Freund
und Helfer“.
Zu seinem liebsten Hobby kam
er in der Armee. Dort wurde er in die Küche kommandiert
und durfte sogar eine Kochschule besuchen. Der Kochlöffel
war ihm lieber als das Gewehr. Diese militärisch-kulinarischen
Kenntnisse setzt Franz seither nicht nur in seiner Privatküche,
sondern auch bei Vereinsanlässen erfolgreich ein. In
etlichen Klassenlagern wirkte Franz als beliebter Koch. Auch
bei den herrlichen „Dofobällen“ oder an der
Chilbi war er unzählige Male in der Küche tätig.
Durch sein „dieniges“ Mithelfen war er immer am
Puls der Vereine und dies immer im Teamwork mit seiner Frau.
Sie gingen zusammen durch dick und dünn.
Der rasante Aufstieg der Streethockeyaner
und die zusätzliche Nutzung der Plätze und der Gardaroben
bereiteten Franz keine Sorgen. Von Anfang an war er begeistert
von dieser neuen Oberwiler Sportart. Er freute sich am Erfolg
dieses Vereines. Oft half er beim Aufstellen der Holzpaletten,
die früher als improvisierte Banden dienten. Damit bei
Regenwetter die Zuschauer und das „Rebellsbeizli“
Platz hatten, stellt er jeweils seine Garage zur Verfügung.
Es machte ihm nichts aus, sein Auto ins Unwetter hinaus zu
stellen. Noch immer ist Franz mit den Vereinen verbunden:
in der Radrennbahn-gesellschaft, als langjähriges ehemaliges
Mitglieder des 3. Löschzuges, in der Männerriege
und bei den Rebells als Ehrenmitglied.
Auch beim Brand der Turnhalle
1996 hat er die Nerven nicht verloren. Er tröstet damals
die Tamilen, die aus Ungeschicklichkeit den Brand verursacht
hatten und vor Angst zitterten. Ja - dank dem Brand kamen
die oberwiler Vereine und die Schule zu einer neuen, gut funktionierenden
Turnhalle. In seinen 28 Jahren wurde Franz viermal mit dem
Bauen konfrontiert. Immer war er mit Rat und Tat in den Planungsgremien
dabei. 1977 bei der Renovation des alten Schulhauses, dann
beim Bau der Zivilschutzanlage, 1994 beim Bau des neuen Schulhauses
und 1997 beim Wiederaufbau der Turnhalle.
Franz, Du hast Deine Arbeitgeberin,
die Stadt Zug, sehr geschätzt. Im Namen des Stadtrates
darf ich Dir sagen, dass diese Wertschätzung auf Gegenseitigkeit
beruhte. Gerne ehren wir Dich deshalb heute zusammen mit Persönlichkeiten,
die sich für die Anliegen des Sportes engagiert haben.
Du hast Dich hinter den Kulissen für das Vereinsleben
und den Sport eingesetzt. Was nützen die besten Infrastrukturen,
wenn die Benutzung durch griesgrämiges Personal beeinträchtigt
oder gar behindert wird? Franz Fiechter, Du hast den Frauenthaler
Lebkuchen für Deinen unermüdlichen Einsatz in und
um die Turnhalle Oberwil redlich verdient. Ich freue mich,
Dir im Namen des Stadtrates diesen Kuchen und die Urkunde
übergeben zu dürfen.
Andreas Bossard, Stadtrat
Chef Department Soziales, Umwelt und Sicherheit
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